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Tipps zur idealen Ernährung

Freude am Essen vermitteln

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Leon ist gerade zwei Jahre alt geworden. Seitdem er selbstständig sitzen kann, also seit etwa 18 Monaten, wird er nicht mehr gestillt. Er nimmt seine Mahlzeiten gemeinsam mit seiner vierjährigen Schwester und seinen Eltern ein. Zunächst zeigte Leon viel Freude am Essen, er probierte anstandslos alle Gerichte, die seine Mutter frisch zubereitete - dass sich ihre Familie gesund und abwechslungsreich ernährt ist ihr sehr wichtig. Zudem sollen sich ihre Kinder nicht angewöhnen, unbenannte Speisen von vorne herein abzulehnen.

In letzter Zeit zeigt Leon bei Tisch jedoch Verhaltensweisen, die der Mutter gar nicht zusagen. Er spuckt sein Essen häufig wieder aus oder verweigert es ohne zu probieren. Wenn er keine Nudeln bekommt, reagiert er beleidigt oder mit Wutausbrüchen. Die Mutter ist ratlos, denn Leons Schwester scheint sich das Verhalten ihres kleinen Bruders zum Vorbild zu nehmen und weigert sich immer häufiger, ihre Portionen aufzuessen. Der Vater der Kinder plädiert dafür, dass der Teller leer gegessen werden soll, während andere Bekannte der Familie eher raten, Leon im Hinblick auf sein Essverhalten nicht zu stark zu reglementieren.

Zwang kann Essstörungen hervorrufen

Mit zwei Jahren befindet sich Leon mitten in der Autonomiephase. Er weiss genau was er will - und was ihm schmeckt. Nudeln in allen Variationen sind ihm geschmacklich willkommen, auf unbekannte Lebensmittel reagiert er mit Skepsis. Sein Essverhalten ist daher durchaus altersentsprechend. Es ist trotzdem verständlich, dass Leons Mutter Wert auf eine gesunde Ernährung legt. Nudeln allein sind weder abwechslungsreich noch liefern sie ausreichend Vitamine und Nährstoffe. Du wirst bei Deinem eigenen Kleinkind vielleicht ähnliche Tendenzen zur Einseitigkeit in Sachen Ernährung feststellen wie im Beispiel beschrieben. Mit Zwang lässt sich jedoch nicht erreichen, dass ein Kind Freude am Essen entwickelt. Eher das Gegenteil ist der Fall: Kinder, die bereits im Kleinkindalter gezwungen werden ihre Portion aufzuessen entwickeln später häufig Essstörungen. Sie haben noch kein ausgeprägtes Sättigungsgefühl, doch dieses kann sich nur entwickeln, wenn sie selbst entscheiden dürfen wieviel und was sie essen.

Kleinkinder wollen alleine essen

Das Bedürfnis nach mehr Selbstständigkeit kann ein weiterer Grund sein, warum Du Dir als Mutter bei den Mahlzeiten häufig Machtkämpfe mit einem frustrierten Kind liefern musst. Viele Kleinkinder werden von ihren Eltern gefüttert, weil das Essen dann schneller verläuft und mit weniger "Matschereien" bei Tisch einhergeht. Für Kinder ist das jedoch unbefriedigend. Sie möchten eigenständig essen und wie die Grossen lernen mit Besteck umzugehen. Eltern kostet diese Phase Zeit und Nerven, ihr Kind ist jedoch zufriedener und ausgeglichener, wenn es sich bei den Mahlzeiten selbst ausprobieren darf. Dazu gehört nun einmal auch, die Konsistenz der Lebensmittel nicht mit Mund und Zunge wahrzunehmen, sondern auch mal mit den Fingern. Was die Problematik des Ausspuckens von Nahrung angeht: Hier ist Geduld gefragt, denn manchmal kommen Kinder erst beim zweiten oder dritten Versuch auf den Geschmack. Daher kannst Du Deinem Nachwuchs ein Gericht ruhig zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten.

Tipp: Essen macht Spass - aber gemeinsame Mahlzeiten sind kein Wunschkonzert

Wenn Dein Kind bestimmte Speisen verweigert, solltest Du dies als Mutter respektieren. In der Regel besteht eine Mahlzeit aus mehreren Komponenten - irgendeine davon findet sicher die Zustimmung Deines Sprösslings. Immer nur das Lieblingsgericht zuzubereiten oder extra eine Alternative bereit zu halten ist jedoch kontraproduktiv.

Bildquelle: Andreas Zöllick / pixelio.de

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